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Ruhige Hunderassen – 3 Beispiele

Ruhige Hunderassen gibt es in jeder Größe. Drei Beispiele: der Malteser als kleiner, der Whippet als mittelgroßer und der Bernhardiner als großer Hund. Ganz ohne Temperament kommt aber keiner aus, und wie ruhig dein Hund wird, hängt auch von Alltag, Auslastung und Training ab.

Hier erfährst du, was die offiziellen Rassestandards über das Wesen dieser drei Rassen sagen, worauf du bei Jagdtrieb, Wohnung und Gesundheit achten solltest und was du tun kannst, wenn dein Hund trotz „ruhiger Rasse“ nicht zur Ruhe kommt.

Kurz gesagt

Eine Rasse ist nur ein Anhaltspunkt. Schau dir deshalb immer den einzelnen Hund an: Elterntiere, Alter, Vorgeschichte. Und frag dich zuerst, wie viel Bewegung, Platz und Fellpflege in deinen Alltag passen.

Das erwartet dich in diesem Beitrag

Ruhige Hunderassen: Was heißt „ruhig“ eigentlich?

Eine ruhige Hunderasse bringt eine Veranlagung zur Gelassenheit mit. Garantieren kann sie das nicht. Eine große Auswertung mit über 18.000 Hunden kam zu dem Ergebnis, dass die Rasse nur etwa 9 Prozent der Unterschiede im Verhalten einzelner Hunde erklärt (Morrill et al., Science 2022). Der größte Teil hängt also vom einzelnen Hund ab, vom Erbgut ebenso wie von Erfahrungen und Alltag.

Für die Wahl heißt das: Die Rasse grenzt die Auswahl ein, mehr nicht. Diese Fragen helfen dir weiter:

  • Wie viel Bewegung schaffst du jeden Tag, auch bei Regen?
  • Wie groß darf der Hund sein, und wie viel Platz hast du?
  • Wie viel Zeit bleibt für Fellpflege?
  • Wie oft ist der Hund allein?
  • Wie wichtig ist dir ein geringer Jagdtrieb?

Wer selbst ständig unter Strom steht, hat es mit einem entspannten Hund schwerer. Ein ruhiges Zuhause, feste Abläufe und genug Auslastung können jedem Hund helfen.

Welpe, Jungspund oder erwachsener Hund?

Erfahrene Züchter:innen können oft schon früh einschätzen, welche Welpen eines Wurfs eher gelassen sind. Bei erwachsenen Hunden ist das Wesen meist gefestigter. Auch im Tierheim warten viele sanfte Hunde auf ein neues Zuhause.

Malteser, Whippet, Bernhardiner im Vergleich

Die Angaben stammen aus den FCI-Rassestandards. Die FCI ist der internationale Dachverband der Rassehundezucht, der VDH ist ihr deutscher Vertreter.

Drei ruhige Hunderassen laut FCI-Standard

Malteser Whippet Bernhardiner
Größe (Widerrist) 20 bis 25 cm44 bis 51 cm65 bis 90 cm
Gewicht 3 bis 4 kgnicht festgelegtnicht festgelegt
FCI-Gruppe Gesellschafts- und BegleithundeWindhundeMolosser, Berghunde
Wesen im Standard lebhaft, zärtlich, sehr entspannt, sehr intelligentsanft, liebevoll, ausgeglichenfreundlich, ruhig bis lebhaft, wachsam
Fell sehr langer, weißer Haarmantelfein und kurzKurzhaar oder Langhaar

Malteser: kleiner Begleiter mit langer Geschichte

Der Malteser ist ein kleiner Hund mit sehr langem, weißem Haarmantel. Seine Vorfahren lebten in den Häfen des zentralen Mittelmeers. Schon Aristoteles erwähnt eine Rasse kleiner Hunde, und im alten Rom galt er als Begleiter respektabler Frauen. So steht es in der Geschichte des FCI-Standards.

Zum Wesen heißt es dort: „lebhaft, zärtlich, sehr entspannt und sehr intelligent“. Ein Malteser ist also keine Schlafmütze. Er ist gelassen im Umgang, bringt aber auch Lebhaftigkeit mit und will mitdenken.

Das spricht dafür

  • Mit 20 bis 25 cm Widerristhöhe und 3 bis 4 kg passt er in jede Wohnung
  • Zärtlicher, entspannter Begleithund
  • Gehört nicht zu den Jagdhunden, sondern zu den Gesellschafts- und Begleithunden

Das solltest du wissen

  • Der lange Haarmantel will regelmäßig gepflegt werden
  • Auch kleine Hunde brauchen Beschäftigung und Spaziergänge
  • Wie gut er allein bleibt, hängt vom einzelnen Hund und vom Training ab

Whippet: Sprinter draußen, Sofahund drinnen

Der Whippet ist ein kurzhaariger Windhund aus Großbritannien. Der Standard beschreibt ihn als „idealen Begleiter“, anpassungsfähig im Haus und im Sport, mit sanftem, liebevollem und ausgeglichenem Wesen. Gebaut ist er für Geschwindigkeit.

Genau das erklärt, warum ein Whippet zwei Seiten hat. Er braucht Gelegenheit, ab und zu richtig zu rennen. Danach bringt er die Ruhe mit, für die viele Halter:innen ihn schätzen.

Das spricht dafür

  • Sanftes, ausgeglichenes Wesen laut Standard
  • Feines, kurzes Fell mit wenig Pflegeaufwand
  • Mit 44 bis 51 cm gut zu handhaben

Das solltest du wissen

  • Als Windhund gehört er zu einer Gruppe, die ursprünglich zur Jagd gezüchtet wurde
  • Freilauf nur dort, wo er sicher ist
  • Bei dem feinen, kurzen Fell kann ein Mantel im Winter sinnvoll sein

Bernhardiner: der sanfte Riese

Der Bernhardiner stammt aus der Schweiz. Mönche hielten ihn seit dem 17. Jahrhundert am Großen St. Bernhard als Wach- und Schutzhund, später wurde er als Rettungshund berühmt. Heute gilt er als Schweizer Nationalhund.

Der Standard nennt ihn „im Wesen freundlich; Temperament ruhig bis lebhaft; wachsam“. Auch hier gilt: ruhig ist eine Tendenz, kein Versprechen. Dazu kommt die Größe. Rüden messen 70 bis 90 cm, Hündinnen 65 bis 80 cm.

Das spricht dafür

  • Freundliches Wesen und ruhiges Temperament, laut Standard
  • Wachsam, wie der Standard betont
  • Gibt es als Kurzhaar und Langhaar

Das solltest du wissen

  • Braucht viel Platz im Haus und im Auto
  • Seine Größe verlangt eine verlässliche Erziehung von Anfang an
  • Ein so großer Hund braucht mehr Futter und mehr Platz im Alltag

Ruhige Hunderassen ohne Jagdtrieb: Gibt es das?

Einen Hund, bei dem du Jagdtrieb sicher ausschließen kannst, gibt es nicht. Wie stark der Trieb ausfällt, unterscheidet sich von Hund zu Hund, auch innerhalb einer Rasse. Eine grobe Orientierung gibt die FCI-Gruppe.

  • Der Whippet gehört zu den Windhunden, also zu Rassen, die ursprünglich auf Sicht jagten.
  • Der Malteser zählt zu den Gesellschafts- und Begleithunden.
  • Der Bernhardiner ist laut Standard ein Begleit-, Wach- und Hofhund.

Das sagt nichts über den einzelnen Hund aus. Frag bei Züchter:innen oder im Tierheim gezielt nach, wie sich der Hund bei Wild, Radfahrern oder anderen Hunden verhält. Sichere Freiläufe und eine Schleppleine geben dir Sicherheit, solange du ihn noch nicht kennst.

Ruhige Hunderassen für Wohnung und Familie

Für die Wohnung zählt weniger die Größe als der Alltag. Ein Malteser mit 3 bis 4 kg braucht wenig Platz. Ein Whippet kommt mit einer Wohnung gut zurecht, wenn er draußen regelmäßig laufen darf. Ein Bernhardiner braucht Raum, Treppen und ein passendes Auto.

Für Familien nennen die Standards bei Whippet und Bernhardiner ein freundliches Wesen. Lass Kinder und Hund trotzdem nie unbeaufsichtigt, egal welche Rasse. Und bedenke bei Senioren: Du solltest deinen Hund im Notfall halten, führen und heben können.

Gesund statt überzüchtet

Nach § 11b Tierschutzgesetz ist es verboten, Wirbeltiere so zu züchten, dass bei ihnen oder den Nachkommen mit Leiden zu rechnen ist (Gesetzestext). Ruhige Rassen sind davon nicht automatisch ausgenommen. Lass dir bei jeder Rasse die Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere zeigen und wähle seriöse, verantwortungsvolle Züchter:innen.

Auch die Standards halten Gesundheit fest. Beim Whippet heißt es, jede Übertreibung sei zu vermeiden. Beim Bernhardiner sind Ektropium und Entropium (nach außen oder innen gestülpte Augenlider) sowie Wesenschwäche disqualifizierende Fehler, beim Malteser gilt das für übermäßig ängstliche Hunde. Offene Fragen besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.

Was tun, wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt?

Manche Hunde bleiben trotz guter Auslastung angespannt, etwa bei Gewitter, an Silvester oder in der Tierarztpraxis. Dann können Training in kleinen Schritten, feste Rückzugsorte und Geduld helfen. Kommt die Unruhe plötzlich oder ist sie neu, lass sie in der Tierarztpraxis abklären.

Viele Halter:innen ergänzen das Training mit sanfter Unterstützung. Einen Überblick findest du bei den natürlichen Beruhigungsmitteln für Hunde. Wenn dein Hund generell ängstlich ist, schau bei CBD für Angsthunde vorbei. Die Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und können deinen Hund in stressigen Momenten begleiten, ersetzen aber weder Training noch Tierarztbesuch.

Häufige Fragen zu ruhigen Hunderassen

Welche Hunderasse ist am ruhigsten?

Eine „ruhigste“ Rasse gibt es nicht. Malteser, Whippet und Bernhardiner gelten als gelassen, doch die Rasse erklärt nur einen kleinen Teil des Verhaltens. Entscheidend sind der einzelne Hund, Auslastung und Alltag.

Welche ruhigen Hunderassen passen in eine Wohnung?

Der Malteser mit 3 bis 4 kg ist sehr wohnungstauglich. Auch ein Whippet lebt gut in der Wohnung, wenn er draußen regelmäßig laufen darf.

Gibt es ruhige Hunderassen ohne Jagdtrieb?

Bei keinem Hund lässt sich Jagdtrieb sicher ausschließen. Gesellschafts- und Begleithunde wie der Malteser sind nicht für die Jagd gezüchtet. Der Whippet ist als Windhund ein Sichtjäger.

Welche ruhigen Hunderassen sind mittelgroß?

Der Whippet liegt mit 44 bis 51 cm Widerristhöhe im mittleren Bereich. Er ist ein gutes Beispiel für einen Hund, der draußen Tempo macht und drinnen entspannt.

Welche großen Hunde gelten als ruhig?

Der Bernhardiner wird im Standard als freundlich, ruhig bis lebhaft und wachsam beschrieben. Er braucht Platz und eine konsequente Erziehung.

Sind ruhige Hunde für Anfänger geeignet?

Das kommt auf den Hund an. Ruhig heißt nicht pflegeleicht: Ein Malteser braucht Fellpflege, ein Bernhardiner viel Platz. Besprich deine Situation ehrlich mit Züchter:innen oder dem Tierheim.

Fazit

Eine ruhige Rasse ist ein guter Anfang, Gelassenheit entsteht aber im Alltag mit dir. Prüfe lieber den einzelnen Hund als die Rassebeschreibung und plane Bewegung, Beschäftigung, Fellpflege und Platz ehrlich ein. Wenn dein Hund trotzdem oft angespannt ist, findest du hier Anregungen: natürliche Beruhigungsmittel für Hunde.

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