Du fasst die Zecke mit einer Zeckenzange möglichst nah an der Haut und ziehst sie gleichmäßig und gerade heraus. Nicht quetschen, nicht drehen und vorher kein Öl, Alkohol oder Klebstoff auftragen. Danach schaust du dir die Stelle an und beobachtest sie in den nächsten Tagen und Wochen.
Hier findest du die einzelnen Schritte, die Fehler, die du vermeiden solltest, und die Anzeichen, bei denen die Tierarztpraxis ran muss. Wenn du eine Zecke gefunden hast, kannst du gleich zu den Schritten springen.
Geh in die Tierarztpraxis, wenn sich die Zecke nicht vollständig entfernen lässt, wenn die Stichstelle rot, geschwollen oder entzündet ist oder wenn dein Hund Fieber, Abgeschlagenheit oder roten Urin zeigt. Das nennt auch die Fachgesellschaft ESCCAP so (ESCCAP Deutschland).
Das erwartet dich in diesem Beitrag
- Zecke entfernen beim Hund: die Anleitung
- Zecke rausziehen oder rausdrehen?
- Zeckenzange oder Pinzette: Was ist besser?
- Was tun, wenn es nicht klappt?
- Was passiert nach dem Entfernen?
- Wie lange bleibt eine Zecke am Hund?
- Wo sitzen Zecken am Hund besonders oft?
- Mehrere Zecken oder ungewöhnliche Zecken?
- Wie geht es nach der Zecke weiter?
- Häufige Fragen zum Zecke entfernen beim Hund
Zecke entfernen beim Hund: die Anleitung
Je früher die Zecke runter ist, desto besser. Mit jeder Stunde, die sie saugt, steigt das Risiko, dass Erreger übertragen werden. Bleib trotzdem ruhig: Mit einer Zeckenzange und etwas Geduld gelingt das auch beim ersten Mal.
Das brauchst du vorher
- eine Zeckenzange (aus dem Fachgeschäft oder der Tierarztpraxis)
- eine zweite Person, die deinen Hund ruhig hält
- ein Leckerli zur Ablenkung
- hochprozentigen Alkohol (über 40 Prozent) oder einen festen Gegenstand für die Zecke
Die Schritte im Überblick
In 6 Schritten zur entfernten Zecke
-
1
Hund beruhigen und Fell teilen
Lass deinen Hund ruhig sitzen oder liegen, am besten hält ihn jemand sanft fest. Streich das Fell rund um die Zecke auseinander, damit du die Haut siehst.
-
2
Zecke hautnah greifen
Setze die Zeckenzange möglichst nah an der Haut an und fasse die Zecke an den Mundwerkzeugen. Den Körper der Zecke drückst du dabei nicht zusammen.
-
3
Gleichmäßig und gerade herausziehen
Zieh mit gleichmäßigem, nicht zu starkem Zug von der Einstichstelle weg. Weil sich Zecken mit Widerhaken festsetzen, kann das bis zu einer halben Minute dauern. Das ist normal.
-
4
Kopf und Mundwerkzeuge prüfen
Schau die Zecke an: Kopf und Mundwerkzeuge müssen mit heraus. Bleibt etwas in der Haut, kann sich die Stelle entzünden. Dann ist die Tierarztpraxis die richtige Adresse.
-
5
Zecke entsorgen
Du kannst die Zecke mit einem festen Gegenstand zerdrücken oder in hochprozentigen Alkohol (über 40 Prozent) legen.
-
6
Stelle im Blick behalten
Notiere dir das Datum und sieh dir die Stelle in den nächsten Tagen an. Eine kleine Rötung oder Schwellung kann kurz auftreten.
Zecke rausziehen oder rausdrehen?
Ziehen. ESCCAP rät vom Drehen ab, weil dabei oft Teile der Zecke in der Haut zurückbleiben. Du findest im Netz auch Anleitungen, die ein leichtes Drehen empfehlen. Wir halten uns an die Empfehlung der Fachgesellschaft (ESCCAP: Wie entferne ich eine Zecke richtig?). Wichtiger als die Richtung ist ohnehin, dass du ruhig und ohne Ruck arbeitest.
So machst du es richtig
- Zeckenzange nah an der Haut ansetzen
- Gleichmäßig und gerade herausziehen
- Auf vollständiges Entfernen achten (Kopf und Mundwerkzeuge)
- Stelle danach beobachten
Das lässt du besser
- Zecke mit den Fingern greifen und quetschen
- Drehen, Ruckeln oder Reißen
- Vorher Öl, Alkohol, Klebstoff oder Äther auftragen
- Ätherische Öle wie Lavendel, Minze oder Rosmarin auf den Hund geben
Zu den ätherischen Ölen noch ein Hinweis: ESCCAP hält ätherische Öle gegen Zecken für gar nicht oder nur sehr eingeschränkt geeignet. Teebaumöl ist in hohen Dosen für Hunde giftig. Reib deinen Hund also nicht auf Verdacht mit Duftölen ein.
Zeckenzange oder Pinzette: Was ist besser?
ESCCAP rät zu geeigneten Instrumenten wie der Zeckenzange, die es im Fachgeschäft oder in der Tierarztpraxis gibt. Eine Pinzette nennt die Fachgesellschaft nicht. Greifst du die Zecke nur mit den Fingern, quetschst du sie schnell, und dann können Erreger in den Stichkanal gelangen. Wenn du eine Pinzette nehmen willst: Sie muss die Zecke hautnah fassen, ohne den Körper zusammenzudrücken. Ob das gelingt, ist Übungssache, mit der Zange bist du auf der sicheren Seite.
Werkzeuge im Überblick
| Zeckenzange | Spitze Pinzette | Finger | |
|---|---|---|---|
| Von ESCCAP genannt | ja, als Beispiel | × | × |
| Zecke hautnah fassen | ✓ | nur wenn sie spitz ist und nicht quetscht | kaum, Quetschgefahr |
Hast du gerade keine Zange zur Hand, findest du in unserem Beitrag zum Zecken entfernen beim Hund mit Hausmitteln, was funktioniert und was du lassen solltest.
Was tun, wenn es nicht klappt?
Manchmal sitzt eine Zecke fest, der Hund zappelt, oder beim Abziehen bleibt ein dunkler Punkt in der Haut. Lies in dem Fall, was du tun kannst, wenn sich der Hund die Zecke nicht entfernen lässt. Ist die Zecke nicht vollständig draußen, ist das ein Grund für einen Anruf in der Tierarztpraxis.
Zu zweit geht es leichter: Eine Person hält und beruhigt, die andere entfernt die Zecke. Ein Leckerli zur Ablenkung kann helfen.
Was passiert nach dem Entfernen?
An der Stichstelle können Schwellung oder Rötung auftreten. Eine Wanderröte wie beim Menschen gibt es beim Hund nicht. Wie du eine normale Reaktion erkennst, erklären wir im Beitrag zum Zeckenbiss beim Hund.
In die Tierarztpraxis gehst du, wenn:
- die Stichstelle rot, juckend oder entzündet ist (mehr dazu bei Zeckenbiss entzündet)
- sich die Zecke nicht vollständig entfernen ließ
- dein Hund Fieber hat, schlapp wirkt oder roten Urin absetzt
- dein Hund in den Wochen danach allgemein krank wirkt
Fieber, Abgeschlagenheit und roter Urin können auf eine Babesiose hindeuten (ESCCAP). Das ist ein Fall für die Tierarztpraxis, und zwar möglichst schnell.
Wie lange bleibt eine Zecke am Hund?
Das hängt vom Entwicklungsstadium ab: Eine Zecke bleibt etwa zwei bis 14 Tage am Hund (ESCCAP). Bis Erreger übertragen werden, dauert es je nach Erreger „einige Stunden bis mehrere Tage“; Viren wie das FSME-Virus können laut ESCCAP schon nach wenigen Minuten übergehen (ESCCAP: Prävention).
Für Borrelien gilt: Die Zecke muss etwa 16 bis 24 Stunden saugen, bevor sie die Bakterien übertragen kann (ESCCAP: Borreliose beim Hund). Darum zählt jede Stunde, in der du die Zecke früher entdeckst. Ein Grund mehr, deinen Hund nach dem Spaziergang abzusuchen.
Nicht sofort. Nach einer Übertragung können einige Monate vergehen, bis Symptome auftreten, etwa leichtes Fieber, Mattigkeit, geschwollene Lymphknoten oder Lahmheit durch Gelenkentzündungen. Das Risiko, nach einer Übertragung tatsächlich zu erkranken, ist laut ESCCAP gering. Bei Auffälligkeiten sprichst du mit deiner Tierarztpraxis.
Wo sitzen Zecken am Hund besonders oft?
Häufig findest du Zecken am Kopf, an den Ohren (auch innen), am Hals, in den Achseln und in der Leistengegend. Auch am Rücken, an den Beinen und im Genitalbereich sitzen sie nicht selten (ESCCAP).
Taste deinen Hund deshalb nach jedem Spaziergang gründlich ab. ESCCAP empfiehlt, ihn täglich auf Zecken zu untersuchen. Besonders wenig behaarte Stellen mit dünner Haut lohnen den zweiten Blick: Kopf, Achseln und der Bauch- und Genitalbereich (ESCCAP: Tipps gegen Zecken).
Mehrere Zecken oder ungewöhnliche Zecken?
Hast du nicht nur eine, sondern gleich viele Zecken entdeckt, hilft dir der Beitrag Hund voller Zecken: Was jetzt tun?. Sehen die Tiere ungewöhnlich hell oder rötlich aus, erfährst du bei den weißen Zecken beim Hund, was dahinterstecken kann.
Wie geht es nach der Zecke weiter?
Kleine Zeckenstadien findest du beim Absuchen nicht zuverlässig. Deshalb empfiehlt ESCCAP, nach dem Entfernen ein Zeckenschutzpräparat einzusetzen. Welches zu deinem Hund passt, besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis. Das gilt auch für eine mögliche Impfung gegen Borreliose, deren Nutzen ihr gemeinsam abwägt (ESCCAP).
Rezeptfreie Ergänzungen wie Öl, Spray oder Kette findest du bei uns unter Zeckenschutz für Hunde. Sie sind kein Zeckenschutzpräparat im Sinne der ESCCAP-Empfehlung und ersetzen weder das Absuchen noch den Rat deiner Tierarztpraxis.
Für die Zeckenzeit setzen viele Halter:innen begleitend auf Attack Protect Öl, das Zeckex Spray (ein Biozid) und die Funktionskette. Das Set bündelt Öl und Kette.
Begleiter für die Zeckenzeit
Diese Produkte begleiten dich durch die Zeckenzeit. Sie schützen nicht vor Borreliose, Anaplasmose oder anderen Zeckenkrankheiten und ersetzen weder ein für Hunde zugelassenes Zeckenschutzpräparat aus der Tierarztpraxis noch das Absuchen. Das Zeckex Spray ist ein Biozid: Lies vor jeder Anwendung Etikett und Produktinformation.
Zeckenschutz für deinen Hund
Öl, Zeckex Spray (Biozid) und Funktionskette begleiten Absuchen und tierärztlichen Rat durch die Zeckenzeit.
Zum ZeckenschutzHäufige Fragen zum Zecke entfernen beim Hund
Wie entfernt man Zecken bei Hunden ohne Zeckenzange?
ESCCAP rät zu geeigneten Instrumenten wie der Zeckenzange. Ohne Zange solltest du die Zecke nicht mit den Fingern quetschen und nichts auf sie auftragen. Was sonst geht, steht im Beitrag Zecken entfernen beim Hund mit Hausmitteln.
Was ist besser, Zeckenzange oder Zeckenpinzette?
ESCCAP nennt als Beispiel die Zeckenzange, eine Pinzette erwähnt die Fachgesellschaft nicht. Mit der Zange fasst du die Zecke am sichersten hautnah, ohne sie zu quetschen. Entscheidend ist, dass Kopf und Mundwerkzeuge mit herauskommen.
Soll man eine Zecke rausziehen oder rausdrehen?
Rausziehen: gleichmäßig und gerade, nah an der Haut. ESCCAP rät vom Drehen ab, weil dabei oft Teile der Zecke in der Haut bleiben.
Wie lange bleibt eine Zecke am Hund?
Je nach Entwicklungsstadium etwa zwei bis 14 Tage. Borrelien überträgt eine Zecke erst nach etwa 16 bis 24 Stunden Saugzeit.
Wie schnell tritt Borreliose nach einem Zeckenbiss beim Hund auf?
Meist nicht schnell: Es können einige Monate vergehen, bis Symptome auftreten. Bei Auffälligkeiten gehört dein Hund in die Tierarztpraxis.
Muss ich nach dem Entfernen zur Tierarztpraxis?
Nicht immer. Geh hin, wenn die Zecke nicht vollständig draußen ist, die Stelle entzündet aussieht oder dein Hund Fieber, Abgeschlagenheit oder roten Urin zeigt.
Zecke mit der Zeckenzange hautnah fassen, gerade herausziehen, nicht quetschen und nichts vorher auftragen: Mehr braucht es meist nicht. Danach beobachtest du die Stelle und gehst bei Entzündung, Fieber oder Resten in der Haut in die Tierarztpraxis. Für den nächsten Spaziergang findest du Ideen für Zeckenschutz für Hunde in unserem Shop.