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Zeckentabletten für Hunde: Wie sie funktionieren, Vor- und Nachteile

Zeckentabletten für Hunde sind Kautabletten, die dein Hund frisst. Der Wirkstoff gehört meist zur Gruppe der Isoxazoline und tötet Zecken ab, nachdem sie zugestochen haben. Die bekannten Mittel dieser Art sind verschreibungspflichtig, du bekommst sie also über die Tierarztpraxis.

Hier liest du, wie Zeckentabletten funktionieren, wie lange sie schützen, welche Vor- und Nachteile und Nebenwirkungen sie haben und was du vor dem Gespräch in der Tierarztpraxis wissen solltest. Welches Mittel zu deinem Hund passt, klärst du dort.

Das erwartet dich in diesem Beitrag

Wie funktionieren Zeckentabletten für Hunde?

Dein Hund schluckt die Tablette. Sticht eine Zecke zu und saugt Blut, nimmt sie den Wirkstoff auf und wird abgetötet. Auf der Herstellerseite von NexGard Spectra steht es so: Die Zecke muss sich anheften und mit dem Saugen beginnen, damit sie den Wirkstoff aufnimmt.

Zu den Isoxazolinen zählen laut US-Behörde FDA die Wirkstoffe Fluralaner, Afoxolaner, Sarolaner und Lotilaner. Manche Tabletten enthalten zusätzlich einen Wurmwirkstoff, einige schützen auch vor Flöhen. Mehr dazu liest du unter Floh- und Zeckenschutz.

Die Tablette wird nicht geteilt und nicht zerbröselt. Der Hund soll sie vollständig schlucken, entweder direkt oder im Futter.

Nur mit Rezept

Bekannte Zeckentabletten wie Bravecto oder NexGard Spectra sind verschreibungspflichtige Tierarzneimittel. Die Tierarztpraxis wählt Mittel, Stärke und Rhythmus passend zu Gewicht, Alter und Vorgeschichte deines Hundes.

Wann wirkt eine Zeckentablette beim Hund?

Nicht sofort in dem Sinn, dass keine Zecke mehr zusticht. Für Bravecto nennt das Tiermedizinportal einen Wirkeintritt gegen die aufgeführten Zeckenarten innerhalb von 12 Stunden. Die Zecke kann also kurz saugen, bevor sie abstirbt.

Abtöten ist nicht Abschrecken

Laut ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 halten Mittel ohne abschreckende (repellierende) Wirkung Zecken nicht davon ab, auf den Hund zu klettern. Sie töten aber einen Großteil, bevor Erreger übertragen werden. Gegen Erreger, die direkt nach dem Stich übertragen werden, etwa das FSME-Virus, bieten laut ESCCAP nur repellierende Mittel einen gewissen Schutz.

Wie lange schützt eine Tablette: ein oder drei Monate?

Das hängt vom Mittel ab und von der Zeckenart. Es gibt Tabletten für etwa einen Monat und solche für drei Monate. ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 weist darauf hin, dass die Wirkdauer gegen verschiedene Zeckenarten unterschiedlich sein kann. Gegen Ende der Wirkdauer solltest du deinen Hund besonders gründlich auf Zecken absuchen.

Zwei Beispiele aus den Produktangaben, kein Wirksamkeitsvergleich. Maßgeblich ist immer die aktuelle Packungsbeilage.

Dreimonatstablette (Beispiel Bravecto) Monatstablette (Beispiel NexGard Spectra)
Wirkstoff FluralanerAfoxolaner und Milbemycinoxim
Dauer gegen Zecken über 12 Wochen (Holzbock, Wiesenzecke u. a.), über 8 Wochen (Braune Hundezecke)4 Wochen
Kleinste Hunde ab 8 Wochen und 2 kgkleinste Stärke für 1,35 bis 3,5 kg
Rezeptpflicht ✓✓

Vorteile und Nachteile von Zeckentabletten

Vorteile

  • Nichts auf dem Fell: kein Auftragen, kein Halsband am Hals
  • Dosierung nach Gewicht, von der Tierarztpraxis passend gewählt
  • Dreimonatstabletten sparen Termine im Kalender
  • Einige Tabletten decken zusätzlich Flöhe oder Würmer ab
  • Zugelassene Tierarzneimittel, wie sie ESCCAP empfiehlt

Nachteile

  • Die Zecke sticht erst zu, einen Sofortschutz vor jedem Erreger gibt es nicht
  • Ohne Rezept läuft nichts, du brauchst die Tierarztpraxis
  • Mögliche Nebenwirkungen, von Magen-Darm bis selten Nervensymptome
  • Die Wirkdauer ist je nach Zeckenart verschieden
  • Was geschluckt ist, lässt sich nicht zurücknehmen

Tabletten sind nur eine von drei gängigen Möglichkeiten. Wie sich Zeckenhalsband für Hunde und Spot-on gegen Zecken unterscheiden, erklären wir in eigenen Beiträgen, den Gesamtüberblick findest du bei Zeckenmittel für Hunde.

Sind Zeckentabletten schädlich? Nebenwirkungen

Die meisten Hunde vertragen sie gut. Für Bravecto nennt das Tiermedizinportal als mögliche, vorübergehende Nebenwirkungen Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und vermehrten Speichelfluss.

Auf der Herstellerseite von NexGard Spectra stehen als gelegentliche Nebenwirkungen Erbrechen, Durchfall, Lethargie, Appetitlosigkeit und Juckreiz, meist kurz und von selbst abklingend. Sehr selten nennt die Seite neurologische Symptome wie Krämpfe, Ataxie und Muskelzittern.

Die US-Behörde FDA ergänzt: Mittel dieser Wirkstoffgruppe wurden bei einigen Hunden mit Muskelzittern, Taumeln und Krampfanfällen in Verbindung gebracht, auch bei Tieren ohne frühere Krampfanfälle. Gleichzeitig hält sie die Gruppe für Hunde und Katzen für sicher und wirksam, die meisten Tiere vertragen sie. Die FDA rät außerdem, die Krankengeschichte des Hundes vorab mit der Tierärztin oder dem Tierarzt zu besprechen und bei unerwünschten Reaktionen zuerst dort anzurufen.

Zittern, Taumeln, Krampf

Zeigt dein Hund nach der Tablette Muskelzittern, Gangunsicherheit oder Krämpfe, ruf umgehend in der Tierarztpraxis an. Hatte dein Hund schon einmal Krampfanfälle, sprich das vor der Verschreibung an.

Was Zeckentabletten nicht leisten

Eine Tablette ersetzt das Absuchen nicht. ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 führt drei Maßnahmen nebeneinander auf: den Auslauf in Gebieten mit hoher Zeckendichte während der Saison einschränken, den Hund täglich untersuchen und Zecken entfernen und zugelassene Tierarzneimittel mit anhaltender Wirkung anwenden.

Das heißt für dich: Auch mit Tablette gehört der Griff ins Fell nach dem Spaziergang dazu. Findest du eine Zecke, entfernst du sie sofort. Wie das geht, steht unter Zecke entfernen beim Hund.

Reisen, Rhythmus und Tierarztgespräch

ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 empfiehlt, Hunde, die in endemische Regionen reisen oder von dort stammen, vorher und während des Aufenthalts mit einem Mittel gegen Zecken zu behandeln. Sprich eine Reise also früh an, damit die Praxis Mittel und Zeitpunkt abstimmen kann.

Außerdem sollen Halter:innen laut ESCCAP über die Wirkdauer und einen möglichen Wirkverlust des verschriebenen Mittels informiert werden, als Beispiel nennt die Fachgesellschaft das Schwimmen. Ob das auf deine Tablette zutrifft, steht in der Packungsbeilage und lässt sich in der Praxis erfragen.

Fragen für die Praxis

Wie lange schützt das Mittel gegen die Zeckenarten bei uns? Passt es zu Vorerkrankungen und anderen Mitteln? Was tue ich, wenn nach der Gabe Erbrechen oder Zittern auftritt? Notiere dir die Antworten und das Datum der Gabe.

So wählst du den Zeckenschutz mit der Tierarztpraxis

In vier Schritten

  1. Risiko einschätzen

    Wie viel Auslauf hat dein Hund, wo seid ihr unterwegs, fahrt ihr in andere Regionen? ESCCAP empfiehlt, den Schutz am Risiko des einzelnen Hundes auszurichten.

  2. Vorgeschichte besprechen

    Sag, ob dein Hund Vorerkrankungen hat, schon Krampfanfälle hatte oder andere Mittel bekommt. Nenne Alter und aktuelles Gewicht.

  3. Wirkdauer notieren

    Trag den nächsten Termin in den Kalender ein und such deinen Hund gegen Ende der Wirkdauer besonders gründlich ab.

  4. Weiter absuchen

    Schau deinen Hund täglich nach Zecken durch. Wie du eine Zecke richtig entfernen, steht in einem eigenen Beitrag.

Rezeptfreie Ergänzungen zum Zeckenschutz

Manche Halter:innen ergänzen den Schutz mit rezeptfreien Produkten. Eine Übersicht dazu findest du unter Zeckenschutz beim Hund. Sie ersetzen weder ein zugelassenes Tierarzneimittel noch das tägliche Absuchen.

Wenn du die Zeckensaison zusätzlich mit rezeptfreien Produkten begleiten möchtest, findest du Spray, Öl und Kette gesammelt in unserem Sortiment.

Zeckensaison gut begleiten

Spray, Öl und Kette im Überblick, mit Zusammensetzung und Anwendung. Sie ergänzen das Absuchen und die Beratung in der Tierarztpraxis.

Zum Zeckenschutz

Häufige Fragen zu Zeckentabletten für Hunde

Brauche ich ein Rezept für Zeckentabletten, zum Beispiel für Simparica?

Die bekannten Zeckentabletten sind verschreibungspflichtig. Die Herstellerseite von NexGard Spectra führt es so, das Tiermedizinportal nennt Bravecto ein verschreibungspflichtiges Tierarzneimittel, erhältlich in der Praxis oder mit Rezept in der Apotheke. Für Simparica und andere Mittel steht die Einstufung in der Packungsbeilage. Im Zweifel fragst du in der Tierarztpraxis.

Wie viel kostet eine Zeckentablette beim Tierarzt?

Der Preis hängt von Mittel, Gewicht deines Hundes und Praxis ab und ändert sich, deshalb nennen wir keine Zahl. Frag in der Praxis nach dem Preis pro Packung und teile ihn durch die Wochen, die die Tablette laut Packungsbeilage abdeckt. So vergleichst du Monats- und Dreimonatstabletten fair.

Ab wann bekommen Welpen eine Zeckentablette?

Das legt jedes Mittel selbst fest. Bei Bravecto nennt das Tiermedizinportal als Grenze 8 Wochen und 2 kg. Mehr dazu liest du unter Zeckenschutz für Welpen.

Brauche ich Zeckenschutz das ganze Jahr?

ESCCAP rät, die gesamte Zeckensaison abzudecken. Bei anhaltendem Risiko, etwa in milden Wintern, empfiehlt die Fachgesellschaft eine ganzjährige Behandlung. Tipps für den Alltag findest du unter Zecken vorbeugen.

Muss ich meinen Hund trotz Zeckentablette absuchen?

Ja. ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 empfiehlt die tägliche Untersuchung auf Zecken zusätzlich zu zugelassenen Tierarzneimitteln mit anhaltender Wirkung. Eine Tablette tötet Zecken nach dem Stich, sie verhindert nicht, dass sie auf deinen Hund klettern.

Darf ich die Tablette teilen oder zerbröseln?

Nein. Laut Tiermedizinportal soll der Hund die Kautablette vollständig schlucken, sie wird weder gebrochen noch zerdrückt. Die Herstellerseite von NexGard Spectra sagt ebenfalls, dass die Tabletten nicht geteilt werden.

Fazit

Zeckentabletten töten Zecken nach dem Stich ab, halten je nach Mittel einen bis drei Monate und können Nebenwirkungen haben. Ob sie zu deinem Hund passen, klärst du mit der Tierarztpraxis. Das Absuchen nach jedem Spaziergang bleibt, was immer du wählst.

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