
Der Kofferraum geht auf und dein Hund bleibt wie angewurzelt stehen. Oder er springt zwar rein, aber nach zwei Minuten Fahrt hechelt er, zittert und fiept. Vielleicht speichelt er sogar. Für dich ist das stressig, für ihn erst recht.
Das Gute ist: Die meisten Hunde können lernen, entspannt mitzufahren. Dafür brauchst du drei Dinge, nämlich die Ursache kennen, in kleinen Schritten üben und idealerweise deinen Hund dabei sanft begleiten. So kannst du deinen Hund beim Autofahren beruhigen, Schritt für Schritt.
Kurz gesagt: Finde zuerst heraus, ob dein Hund Angst hat oder ihm übel wird, denn die Hilfe ist unterschiedlich. Gewöhne ihn dann in fünf kleinen Stufen ans Auto, vom stehenden Wagen bis zur längeren Fahrt. Sichere ihn immer gut, am besten hinten in Box oder Geschirr. Beruhigende Mittel können das Training begleiten.
Das erwartet dich in diesem Beitrag
- Hund beim Autofahren beruhigen: Woher kommt der Stress?
- Angst oder Reiseübelkeit: Woran erkennst du den Unterschied?
- Wie gewöhnst du deinen Hund ans Auto? Der 5-Stufen-Plan
- Was hilft deinem Hund während der Fahrt?
- Welche Beruhigungsmittel gibt es für Hunde beim Autofahren?
- Wie kann nacani deinen Hund im Auto begleiten?
- Checkliste: So bereitest du die nächste Fahrt vor
- Häufige Fragen zum Autofahren mit Hund
Hund beim Autofahren beruhigen: Woher kommt der Stress?
Hunde haben beim Autofahren aus ganz verschiedenen Gründen Stress. Häufig steckt eine schlechte erste Erfahrung dahinter, etwa wenn die ersten Fahrten im Leben in die Tierarztpraxis führten oder mit Übelkeit endeten. Dazu kommen Dinge, die wir Menschen kaum bemerken.
- Kontrollverlust: Der Boden bewegt sich, dein Hund kann nicht ausweichen und nicht weglaufen.
- Geräusche und Gerüche: Motor, Blinker, Abgase und Fahrtwind sind für feine Hundenasen und Hundeohren viel intensiver.
- Unsicherer Stand: Rutscht dein Hund in Kurven über die Rückbank, verliert er schnell das Vertrauen.
- Übelkeit: Augen und Gleichgewichtssinn melden dem Gehirn unterschiedliche Dinge. Das kann Übelkeit auslösen.
- Junges Alter: Bei Welpen ist das Gleichgewichtsorgan im Innenohr vermutlich noch nicht fertig entwickelt. Deshalb wird jungen Hunden im Auto häufiger übel. Viele wachsen da heraus, die schlechte Erinnerung bleibt aber manchmal.
- Schmerzen beim Einsteigen: Ältere Hunde oder Hunde mit Gelenkproblemen verweigern das Auto oft, weil der Sprung in den Kofferraum wehtut. Eine Rampe oder ein Tritt nimmt ihnen diesen Druck.
Woran erkennst du Stress im Auto? Typisch sind Hecheln ohne Hitze, Zittern, Fiepen oder Bellen, häufiges Gähnen, Lecken der Lefzen und ein Hund, der gar nicht erst einsteigen will.
Angst oder Reiseübelkeit: Woran erkennst du den Unterschied?
Das ist die wichtigste Frage, bevor du irgendetwas änderst. Angst zeigt sich meist schon vor der Fahrt, also beim Anblick des Autos oder beim Einsteigen. Reiseübelkeit dagegen beginnt erst während der Fahrt, oft nach einigen Minuten. Beides kann sich vermischen, denn ein Hund, dem oft übel war, verknüpft das Auto irgendwann mit Unwohlsein.
Angst oder Reiseübelkeit im Vergleich
| Angst | Reiseübelkeit | |
|---|---|---|
| Wann es beginnt | schon vor der Fahrt, beim Anblick des Autos | erst während der Fahrt, oft nach einigen Minuten |
| Typische Zeichen | Hecheln, Zittern, Fiepen, Fluchtversuche | Speicheln, Schmatzen, Lefzenlecken, Erbrechen |
| Verhalten | unruhig, sucht Nähe oder will raus | eher still, matt, liegt teilnahmslos |
| Was zuerst hilft | Gewöhnungstraining in kleinen Schritten | nüchtern fahren, frische Luft, Pausen, Platz mit Blick nach vorn |
Bei Übelkeit hilft es vielen Hunden, wenn sie in Fahrtrichtung sitzen oder liegen und ein Fenster einen Spalt offen ist. Dann passen das, was dein Hund sieht, und das, was er spürt, besser zusammen. Erbricht dein Hund bei fast jeder Fahrt, egal wie kurz sie ist? Dann lass das in deiner Tierarztpraxis abklären.
Wie gewöhnst du deinen Hund ans Auto? Der 5-Stufen-Plan
Der wichtigste Baustein ist Gewöhnung in kleinen Schritten. Dein Hund soll lernen: Im Auto passiert nichts Schlimmes, oft sogar etwas Schönes. Übe lieber mehrmals pro Woche ein paar Minuten als einmal eine halbe Stunde. Und gehe erst zur nächsten Stufe, wenn dein Hund in der aktuellen entspannt bleibt.
In 5 Stufen entspannt ins Auto
-
1
Das Auto wird ein guter Ort
Öffne die Tür des stehenden Autos und füttere deinen Hund daneben oder gib ihm dort einen Kauartikel. 2 bis 5 Minuten reichen. Weiter, wenn er freiwillig zum Auto läuft.
-
2
Einsteigen und bleiben
Lass deinen Hund einsteigen, Motor aus. Belohne jede ruhige Minute an seinem Platz. Weiter, wenn er sich dort hinlegt oder entspannt umschaut.
-
3
Motor an, ohne zu fahren
Starte den Motor für ein, zwei Minuten und mach ihn wieder aus. Weiter, wenn das Geräusch ihn kaum noch interessiert.
-
4
Mini-Fahrten mit gutem Ziel
Fahre einmal um den Block oder zur nächsten Wiese, nicht in die Tierarztpraxis. Am Ziel wartet Spiel oder ein Spaziergang. Weiter, wenn er nach der Fahrt locker aussteigt.
-
5
Fahrten langsam verlängern
Steigere die Dauer in kleinen Schritten, etwa 5, dann 10, dann 20 Minuten. Zeigt dein Hund wieder Stress, gehst du eine Stufe zurück. Das ist kein Rückschritt, sondern Training.
Ein Trick, der vielen Hunden hilft: Verknüpfe einen bestimmten Duft oder eine Decke zuerst zu Hause mit Ruhe, zum Beispiel beim Kuscheln auf dem Sofa. Nimmst du beides dann mit ins Auto, bringt dein Hund das entspannte Gefühl ein Stück weit mit. Die Idee dahinter erklären wir dir im Beitrag zur konditionierten Entspannung durch Duft.
Kommt dein Hund nach einigen Wochen gar nicht voran, obwohl ihr regelmäßig übt? Dann kann eine Hundetrainerin oder ein Hundetrainer mit Erfahrung bei Angsthunden einen frischen Blick auf euer Training werfen.
Was hilft deinem Hund während der Fahrt?
Ein sicherer, fester Platz ist die halbe Miete. Rechtlich gilt dein Hund im Auto übrigens als Ladung. Nach § 22 StVO muss er so gesichert sein, dass er auch bei einer Vollbremsung nicht verrutscht. Wer das nicht tut, riskiert ein Bußgeld.
Vor der Fahrt
- Geh vorher eine Runde Gassi, damit dein Hund sich lösen und Energie loswerden kann.
- Füttere ihn etwa zwei Stunden vor der Abfahrt nicht mehr. Ein leerer Magen beugt Übelkeit vor. Eine Kleinigkeit ist okay.
- Lüfte das Auto und achte auf eine angenehme Temperatur.
Der richtige Platz
- Eine gut befestigte Transportbox im Kofferraum oder ein Sicherheitsgeschirr mit Gurt auf der Rückbank.
- Nicht auf den Beifahrersitz (Airbag!) und nie ungesichert in den Fußraum.
- Eine vertraute Decke gibt Halt und riecht nach Zuhause.
- Reizt deinen Hund der vorbeiziehende Verkehr, deck die Box mit einem leichten Tuch teilweise ab. Weniger Bewegung vor den Augen bedeutet für viele Hunde mehr Ruhe.
Während der Fahrt
- Fahr ruhig und vorausschauend, besonders in Kurven.
- Leise, ruhige Musik kann Straßengeräusche überdecken. Am besten spielst du sie vorher schon zu Hause, damit dein Hund sie mit Entspannung verbindet.
- Mach auf längeren Strecken etwa alle ein bis zwei Stunden Pause mit Wasser und einer kurzen Runde.
- Kauen und Schlecken beruhigen viele Hunde. Gib Kauartikel aber nur, wenn deinem Hund nicht übel wird. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag zu Kausnacks zur Entspannung.
Lass deinen Hund nie allein im geparkten Auto, auch nicht „nur kurz”. Schon bei milden Temperaturen heizt sich ein Auto in der Sonne schnell stark auf.
Welche Beruhigungsmittel gibt es für Hunde beim Autofahren?
Vorweg ganz ehrlich: Kein Mittel ersetzt die Gewöhnung. Beruhigende Mittel können die ersten Fahrten aber leichter machen. Welche Möglichkeit passt, hängt davon ab, wie stark der Stress deines Hundes ist.
Welches Mittel passt wozu?
| Wofür geeignet | Gut zu wissen | |
|---|---|---|
| Gewöhnungstraining | Grundlage bei jeder Form von Autoangst | braucht Zeit, wirkt aber am nachhaltigsten |
| Pflanzliches wie Baldrian, Lavendel oder Kräutermischungen | leichte Nervosität | jeder Hund reagiert anders |
| Duft und Pheromon-Sprays | Box oder Decke vor der Fahrt beduften | nie direkt auf den Hund sprühen |
| CBD als Ergänzungsfuttermittel | zur Entspannung vor und während der Fahrt | Menge über den Dosierungsrechner |
| Verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel | starke Angst oder Panik | nur über die Tierarztpraxis, nicht auf eigene Faust |
Probiere ein neues Mittel nie zum ersten Mal auf einer langen Fahrt aus, sondern an einem ruhigen Tag zu Hause. Einen Überblick über sanfte Alternativen findest du in unserem Ratgeber zu natürlichen Beruhigungsmitteln für Hunde.
Wie kann nacani deinen Hund im Auto begleiten?

Viele Halter:innen kombinieren unsere Produkte mit den Übungsfahrten aus dem 5-Stufen-Plan, damit das Auto schneller zu einem entspannten Ort wird. Eine Übersicht findest du in unserer Kategorie CBD fürs Autofahren.
- CBD Öl: Unser Vollspektrum-Öl kann zur Entspannung beitragen. Bei einer geplanten Reise beginnst du am besten schon rund vier Wochen vorher, damit sich ein Grundspiegel aufbauen kann. Am Reisetag gibst du dann kurz vor der Abfahrt eine etwas höhere Menge. Wie viele Tropfen zu deinem Hund passen, berechnet dir der nacani-Dosierungsrechner.
- Less Stress: Unser Kräutermix mit CBD für Hunde, die schnell nervös werden. Er lässt sich einfach ins Futter mischen.
- Relax Buddy: Der Riechstift mit Hanf- und Lavendelöl passt gut zum Duft-Trick von oben. Verknüpfe ihn zu Hause mit Ruhe und nimm ihn dann mit ins Auto.
- Peanut Peace: Unser CBD-Erdnussmus zum Schlecken. Wird deinem Hund im Auto nicht übel, darf er kurz vor der Abfahrt eine kleine Portion lecken. Neigt er zu Übelkeit, hebst du es dir für die Ankunft auf.
- Snackdose Minis: Vorbefüllt mit CBD-Snacks, praktisch fürs Handschuhfach und die Belohnung nach der Fahrt.
Unsere Empfehlungen
Einen spannenden Vergleich beschreibt Melanie in ihrem Erfahrungsbericht auf Dogorama. Ihr zweijähriger Australian Shepherd Luki bekam schon in den Tagen vor dem Italienurlaub Minis und CBD-Tropfen aus dem Starter Set S. So lief die Hinfahrt:
„Die Autofahrt verlief hervorragend. Kein einziges Mal ein Stresshecheln. Er war sehr entspannt, schnaufte immer wieder tief durch und legte sich in seine Box. Wir mussten nur einmal stehen bleiben für eine kurze Löserunde, ansonsten war der Bursche tiefenentspannt. (…) Für mich steht fest, dass es ein längeres Autofahren ohne nacani nicht mehr geben wird. Ich bin froh und dankbar, dass es diese Möglichkeit der Unterstützung gibt.“
Melanie mit Luki, Australian Shepherd, Erfahrungsbericht auf Dogorama
Für die lange Rückfahrt setzte Melanie die Produkte bewusst ab. Luki hechelte fast durchgehend, saß gestresst am Fenster und konnte sich nicht hinlegen. Jeder Hund ist anders, und nicht jeder reagiert so deutlich wie Luki. Zusammen mit Training, sicherem Platz und Pausen kann CBD aber für viele Hunde ein hilfreicher Baustein sein.
Checkliste: So bereitest du die nächste Fahrt vor
• Ausgiebige Gassirunde
• etwa zwei Stunden keine richtige Mahlzeit mehr
• Box befestigt oder Geschirr angeschnallt
• Wasser und Napf
• vertraute Decke im Auto
• Duft, Schleckmatte oder Snack für die Ankunft bereit
• Pausen auf längeren Strecken
• Hund nie allein im geparkten Auto lassen
Häufige Fragen zum Autofahren mit Hund
Wie lange dauert es, bis sich ein Hund ans Autofahren gewöhnt?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche Hunde fahren nach ein paar Tagen entspannt mit, andere brauchen mehrere Wochen regelmäßiges Üben. Entscheidend sind kurze Einheiten, mehrmals pro Woche, und dass du erst weitergehst, wenn dein Hund auf der aktuellen Stufe ruhig bleibt.
Was kann ich meinem Hund zur Beruhigung beim Autofahren geben?
Je nach Stress kommen pflanzliche Mittel, Duft, CBD als Ergänzungsfuttermittel oder bei starker Angst ein Mittel aus der Tierarztpraxis infrage. Teste Neues immer zuerst zu Hause und kombiniere es mit dem Gewöhnungstraining.
Soll ich meinen Hund vor dem Autofahren füttern?
Besser nicht direkt davor. Gib deinem Hund etwa zwei Stunden vor der Abfahrt keine richtige Mahlzeit mehr, das beugt Übelkeit vor. Wasser darf er natürlich trinken, und auf längeren Fahrten bietest du ihm in den Pausen frisches Wasser an.
Darf mein Hund vorne mitfahren?
Besser nicht. Verboten ist es zwar nicht, solange dein Hund richtig gesichert ist. Vorne ist er aber am stärksten gefährdet: Der Airbag kann ihn bei einem Unfall schwer verletzen, und ungesichert im Fußraum rutscht er bei jeder Bremsung. Am sichersten fährt er in einer befestigten Box im Kofferraum oder mit Sicherheitsgeschirr auf der Rückbank.
Kann CBD meinem Hund bei Übelkeit im Auto zur Seite stehen?
CBD kann zur Entspannung beitragen und so den Stress rund um die Fahrt begleiten. Gegen die körperliche Übelkeit helfen vor allem nüchtern fahren, frische Luft, ein Platz in Fahrtrichtung und Pausen. Bei häufigem Erbrechen lass die Ursache abklären.
Autofahren mit Hund – mit Training und natürlicher Unterstützung
Ein Hund, der im Auto gestresst ist, hat meistens einen guten Grund dafür. Finde heraus, ob Angst oder Übelkeit dahintersteckt, und übe in kleinen Schritten, bis das Auto für ihn ein normaler Ort ist. Ein sicherer Platz, ein leerer Magen und Pausen machen jede Fahrt leichter, sanfte Begleiter wie CBD können dazukommen. Damit beruhigst du deinen Hund beim Autofahren, ohne ihn zu überfordern. Und jede entspannte Fahrt ist ein Grund zur Freude, für euch beide.
Tu deinem Hund etwas Gutes – mit nacani!
Für die nächste Fahrt haben wir alles zusammengestellt, was deinen Hund unterwegs sanft begleiten kann. Handgemacht in unserer bayerischen Manufaktur, mit natürlichen Zutaten.
Produkte fürs AutofahrenWie fährt dein Hund mit? Erzähl uns von euren Tipps und Erfolgen in unserer nacani-Facebook-Gruppe, dort tauschen sich viele Hundemenschen genau dazu aus.
