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Behandlung Borreliose beim Hund: Untersuchung und Therapie

Borreliose beim Hund wird in der Tierarztpraxis behandelt, meist mit einem Antibiotikum über etwa vier Wochen. Vorher klärt die Praxis, ob die Beschwerden wirklich von Borrelien kommen. Ein positiver Test allein reicht dafür nicht.

Hier liest du, wie Untersuchung und Behandlung ablaufen und was du als Halter:in tun kannst. Wie sich die Krankheit zeigt, steht im Beitrag zu Borreliose beim Hund. Einen Überblick über alle Zeckenkrankheiten findest du unter Zecken beim Hund.

Key Points at a Glance

Die Antwort auf die häufigsten Fragen in vier Punkten:

  • Behandelt wird, wenn ein Hund passende Beschwerden hat und die Untersuchung zu Borreliose passt, nicht schon nach einem Zeckenstich.
  • Als Mittel der Wahl nennt die StIKo Vet Doxycyclin oder Amoxicillin über vier Wochen.
  • Bei einer Gelenkentzündung bessert sich der Hund meist innerhalb weniger Tage. Das Antibiotikum bekommt er trotzdem zu Ende.
  • Nach der Behandlung kontrolliert die Praxis den Urin, denn die Nieren können betroffen sein.

Here's what you can expect in this post

Borreliose-Behandlung: Wann ist sie nötig?

Nicht jeder Hund mit Borrelien im Blut braucht ein Antibiotikum. ESCCAP warnt, dass ein positiver Test bei gesunden Hunden zu unnötiger Behandlung führen kann, weil viele davon nie erkranken.

Wann Fachgesellschaften ein Antibiotikum empfehlen

Empfehlung Wer das sagt
Lahmheit, Gelenkschwellung oder Fieber, Untersuchung passt zu Borreliose Antibiotikum, etwa vier WochenStIKo Vet, ESCCAP, ACVIM
Eiweiß im Urin und positiver Antikörpertest Antibiotikum plus Behandlung der NierenACVIM
Keine Beschwerden, Urin unauffällig meist kein AntibiotikumACVIM (4 von 6), CAPC
Zeckenstich ohne Beschwerden kein vorbeugendes AntibiotikumCAPC

Beim Hund ohne Beschwerden gehen die Meinungen auseinander. Vier von sechs Fachleuten im ACVIM-Konsens empfehlen dafür nicht routinemäßig ein Antibiotikum, und CAPC rät nach einem Zeckenstich allein von Antibiotika ab. Im Einzelfall entscheidet deine Praxis.

Untersuchung bei Verdacht auf Borreliose

Einen einzelnen Test, der Borreliose beim Hund beweist, gibt es nicht. Die StIKo Vet nennt vier Kriterien, die für die Diagnose zusammenpassen sollten:

  1. Dein Hund hatte Kontakt zu Zecken.
  2. Die Beschwerden passen zum Bild der Borreliose, andere Ursachen sind ausgeschlossen.
  3. Im Blut finden sich Antikörper gegen Borrelien.
  4. Dein Hund spricht innerhalb weniger Tage auf ein Antibiotikum an.
Warum die Praxis so genau hinschaut

Der ACVIM-Konsens hält fest, dass für Europa nicht bewiesen ist, dass Borrelien beim Hund Beschwerden auslösen. Lahmheit hat viele Gründe, etwa Verletzungen an Bändern, Gelenkinfektionen oder Gelenkverschleiß. Deshalb schließt die Praxis zuerst anderes aus.

Der Antikörpertest zeigt nur den Kontakt mit dem Erreger, keine Erkrankung. Antikörper tauchen laut ESCCAP meist drei bis fünf Wochen nach der Infektion auf.

Schnelltests auf C6- oder VlsE-Basis hält die StIKo Vet für verlässlich. Positive Proben untersucht das Labor mit einem Line-Immunoassay oder Western Blot nach. Diese Untersuchung unterscheidet auch zwischen infizierten und geimpften Hunden.

Die Suche nach dem Erreger selbst (PCR) gelingt im Alltag selten. Borrelien kommen kaum in Blut oder Urin vor, und das Gewebe, in dem sie sitzen, ist schwer zu gewinnen.

Weil Zecken mehrere Erreger tragen können, prüft die Praxis laut ACVIM und CAPC auch auf Begleitinfektionen wie die Anaplasmose beim Hund. Dazu kommen Blut- und Urinuntersuchungen.

Vor dem Termin notieren

Sag der Praxis, ob dein Hund gegen Borreliose geimpft ist. Impfantikörper können manche Tests verfälschen. Notier auch Zeckenstiche, Reisen und seit wann dein Hund lahmt.

Welche Antibiotika bekommt der Hund?

Als Mittel der Wahl nennen die Fachgesellschaften zwei Wirkstoffe:

  • Doxycyclin: Das ACVIM-Panel wählt es bei kranken Hunden mit Verdacht auf Borreliose als erste Wahl, unter anderem weil es leicht zu geben ist und auch bei Anaplasmen und Ehrlichien wirksam ist.
  • Amoxicillin: StIKo Vet und ESCCAP nennen es neben Doxycyclin. Manche Tierärzt:innen setzen es laut ACVIM bei empfindlichen oder noch wachsenden Hunden ein.

Die Dauer liegt bei etwa vier Wochen. StIKo Vet schreibt „über 4 Wochen“, ESCCAP „mindestens einen Monat“. Für eine längere Gabe bei Gelenkentzündung gibt es laut ACVIM keinen Beleg. Bei Nierenbeteiligung kann die Praxis länger behandeln.

Welche Dosis dein Hund bekommt, legt die Praxis fest. Bei Schmerzen kann sie zusätzlich ein Schmerzmittel verordnen. Ein Mittel aus der Hausapotheke gibst du nicht auf eigene Faust.

Nicht abbrechen

Gib das Antibiotikum genau nach Plan, auch wenn dein Hund schon wieder rennt. ESCCAP betont, dass die Behandlung früh beginnen und ohne Unterbrechung lange genug laufen muss.

Wie schnell bessert sich der Hund?

Bei einer Gelenkentzündung durch Borreliose sollte der Hund innerhalb weniger Tage auf das Antibiotikum ansprechen. Das ACVIM-Panel nennt ein bis drei Tage, ESCCAP ein bis zwei Tage. Die Gelenkbeschwerden beschreibt das Panel als vorübergehend oder schnell auf Antibiotika ansprechend.

Bleibt die Besserung aus, steckt vielleicht etwas anderes dahinter. Die Praxis prüft dann zum Beispiel:

  • eine Begleitinfektion, etwa mit Anaplasmen
  • eine Gelenkentzündung durch eine Fehlsteuerung der Abwehr
  • Verletzungen an Bändern oder Meniskus
  • eine Gelenkinfektion oder Gelenkverschleiß

Auch nach gutem Start kann die Lahmheit zurückkehren. Das ACVIM-Panel nennt als Gründe unter anderem eine Begleitinfektion oder eine neue Ansteckung. Melde dich dann bald in der Praxis.

Nieren und Kontrolle nach der Therapie

Antibiotika bringen die Infektion laut ESCCAP nicht in allen Fällen vollständig aus dem Körper. Deshalb gehört eine Nachkontrolle dazu.

  • Urin: Das ACVIM-Panel empfiehlt, Hunde mit Antikörpern auf Eiweiß im Urin zu prüfen. Panelist:innen aus Nordamerika wiederholen das auch nach dem Antibiotikum mindestens zwei- bis dreimal im Jahr, weil der Erreger nicht sicher verschwindet.
  • Antikörperwert: Vier von sechs ACVIM-Panelist:innen lassen den C6-Wert vor und drei bis sechs Monate nach der Behandlung messen, um einen Rückgang zu sehen. Eine einheitliche Empfehlung ist das nicht.
  • Schnelltest: Ein einfacher Antikörpertest kann auch nach erfolgreicher Behandlung lange positiv bleiben.

Selten betrifft Borreliose die Nieren: ESCCAP nennt etwa 2 % der Hunde mit Antikörpern. Dann folgt zum Antibiotikum die übliche Behandlung bei Nierenerkrankungen mit Eiweißverlust. In schweren Fällen kommen laut ACVIM Medikamente dazu, die die Abwehr dämpfen.

Warnzeichen für die Nieren

Erbricht dein Hund, hat er Durchfall, frisst er schlecht, nimmt er ab oder sammelt sich Wasser im Körper, ruf direkt in der Praxis an. Das kann auf die Nieren hindeuten.

Was du als Halter:in tun kannst

Bei Verdacht auf Borreliose ist die Tierarztpraxis deine erste Anlaufstelle. Selbst behandeln lässt sich die Krankheit nicht.

Von der Lahmheit bis zur Kontrolle

  1. Zügig zur Praxis

    Wechselnde Lahmheit, geschwollene Gelenke, Fieber oder Mattigkeit gehören abgeklärt. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser.

  2. Gut vorbereiten

    Bring Angaben zu Zeckenstichen, Reisen, Impfstatus und zum Beginn der Beschwerden mit.

  3. Plan einhalten

    Gib das Medikament genau nach Anweisung und lass keine Dosis aus.

  4. Kontrollen wahrnehmen

    Urin- und Blutkontrollen zeigen, ob die Nieren in Ordnung sind.

  5. Zecken im Blick behalten

    Such deinen Hund nach jedem Spaziergang ab, damit er sich nicht neu ansteckt.

Hausmittel, Öle und Nahrungsergänzung behandeln keine Borreliose. Sie ersetzen weder das Antibiotikum noch die Kontrolle in der Praxis.

Neuansteckung verhindern

Auch nach der Behandlung kann sich dein Hund erneut anstecken. CAPC beschreibt solche Neuinfektionen nach späterem Zeckenbefall.

Wichtigste Maßnahme ist laut ESCCAP ein für Hunde zugelassenes Zeckenschutzpräparat, abgestimmt mit der Tierarztpraxis, dazu das Absuchen nach jedem Spaziergang. Borrelien werden laut ESCCAP frühestens nach 16 bis 24 Stunden Saugzeit übertragen. Entferne Zecken deshalb am selben Tag, wie in Zecke entfernen beim Hund beschrieben.

Gegen Borreliose gibt es eine Impfung. Die StIKo Vet führt sie als Non-Core-Impfung für Hunde mit hohem Infektionsrisiko und verlangt daneben weiter einen wirksamen Zeckenschutz. Mehr dazu liest du im Beitrag Zecken Impfung beim Hund.

Für die Zeckenzeit setzen viele Halter:innen begleitend auf Attack Protect Öl, das Zeckex Spray (ein Biozid) und die Funktionskette. Das Set bündelt Öl und Kette.

Diese Produkte begleiten dich durch die Zeckenzeit. Sie schützen nicht vor Borreliose, Anaplasmose oder anderen Zeckenkrankheiten und ersetzen weder eine Impfung noch ein für Hunde zugelassenes Zeckenschutzpräparat aus der Tierarztpraxis noch das Absuchen. Das Zeckex Spray ist ein Biozid: Lies vor jeder Anwendung Etikett und Produktinformation.

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Zum Zeckenschutz

Häufige Fragen zur Borreliose-Behandlung

Welche Antibiotika werden zur Behandlung von Borreliose bei Hunden eingesetzt?

StIKo Vet und ESCCAP nennen Doxycyclin oder Amoxicillin über etwa vier Wochen. Das ACVIM-Panel bevorzugt Doxycyclin. Welcher Wirkstoff und welche Dosis zu deinem Hund passen, entscheidet die Tierarztpraxis.

Wann treten die ersten Symptome nach einem Zeckenbiss beim Hund auf?

Oft gar nicht, denn viele infizierte Hunde bleiben gesund. Wenn doch, dauert es meist Monate: In Versuchen zeigten sich Beschwerden laut StIKo Vet nach 2 bis 5 Monaten oder später, ESCCAP spricht von einigen Monaten. Schneller zeigt sich die Anaplasmose.

Wie erkenne ich, ob mein Hund Borreliose hat?

Zu Hause nicht sicher. Mögliche Hinweise sind wechselnde Lahmheit, geschwollene Gelenke, Fieber und Mattigkeit. Ob Borreliose dahintersteckt, klärt die Praxis mit Untersuchung und Bluttest. Die Anzeichen erklärt der Beitrag Borreliose beim Hund.

Welche neurologischen Symptome können bei Hunden durch Borreliose auftreten?

Zu Nerven- und Herzveränderungen gibt es nur einzelne Fallberichte, ein ursächlicher Zusammenhang ist laut StIKo Vet nicht belegt. Das ACVIM-Panel hält eine neurologische Borreliose beim Hund für nicht gut dokumentiert. Zeigt dein Hund Krämpfe oder Lähmungen, muss die Praxis die Ursache klären.

Welche Symptome zeigen Katzen bei Borreliose?

Katzen können sich infizieren, erkranken laut StIKo Vet aber extrem selten. Das ACVIM-Panel schreibt, bei einer Katze sei nie eine Borreliose bestätigt worden. Typische Symptome lassen sich daher nicht nennen. Wirkt deine Katze krank, geh zur Praxis.

Bekommt mein Hund nach einem Zeckenbiss vorsorglich Antibiotika?

Nein, das empfiehlt CAPC nicht. Entferne die Zecke, beobachte deinen Hund und geh bei Beschwerden in die Praxis. Mehr dazu im Beitrag Zeckenbiss beim Hund.

Conclusion

Borreliose beim Hund gehört in tierärztliche Hände: Erst die Untersuchung, dann meist ein Antibiotikum über etwa vier Wochen, danach Kontrollen für Urin und Nieren. Hausmittel ersetzen das nicht. Guter Zeckenschutz und tägliches Absuchen verringern das Risiko. Weitere Ideen für die Zeckenzeit findest du unter Zeckenschutz für Hunde.

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