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Borreliose beim Hund: Symptome und Verlauf

Borreliose beim Hund bleibt in den meisten Fällen unbemerkt, denn viele infizierte Hunde zeigen nie Symptome. Wenn doch, sind wechselnde Lahmheit, Fieber und Mattigkeit die typischen Anzeichen, oft erst Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich.

Hier erfährst du, wie die Ansteckung abläuft, woran du Borreliose erkennst und wie der Verlauf aussehen kann. Den größeren Zusammenhang findest du in unserem Ratgeber zu Zecken beim Hund.

Tierärztlicher Hinweis

Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Versorgung. Wenn dein Hund lahmt, Fieber hat oder auffällig müde wirkt, geh bitte zeitnah in deine Tierarztpraxis.

Here's what you can expect in this post

Was ist Borreliose beim Hund?

Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, ist eine Infektion mit spiralförmigen Bakterien aus der Gruppe Borrelia burgdorferi sensu lato. ESCCAP zählt elf Arten zu dieser Gruppe.

Hauptüberträger in Europa ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Schildzecke ist in Europa praktisch überall verbreitet.

Wie steckt sich ein Hund mit Borreliose an?

Der Hund steckt sich nicht beim bloßen Kontakt an. Die Erreger gelangen erst in ihn, wenn die Zecke schon eine Weile saugt.

Laut ESCCAP muss eine infizierte Zecke mindestens 16 bis 24 Stunden saugen, bevor sie Borrelien überträgt. Der US-Fachkonsens der Tierärzt:innen (ACVIM) nennt sogar 36 bis 48 Stunden. Eine Zecke, die du am selben Tag entdeckst und richtig entfernst, hat also gute Chancen, ihre Erreger noch nicht abgegeben zu haben.

Auch nach einer Übertragung erkrankt ein Hund laut ESCCAP nur selten tatsächlich an Borreliose.

Absuchen lohnt sich

Such deinen Hund nach jedem Spaziergang gründlich ab, vom Kopf bis zur Rute. Wie du eine Zecke richtig entfernst, steht in unserem Ratgeber Zecke entfernen beim Hund.

Welche Symptome hat ein Hund mit Borreliose?

Die meisten Hunde zeigen laut ESCCAP keine klinischen Symptome. Wenn sich Anzeichen zeigen, betreffen sie vor allem Gelenke und Allgemeinbefinden.

  • leichtes Fieber und Mattigkeit
  • Gelenkschwellung und Lahmheit durch Gelenkentzündungen, die von Bein zu Bein wechseln kann
  • geschwollene Lymphknoten
  • Appetitlosigkeit und ein auffällig ruhiges Verhalten

Eine Wanderröte, wie man sie vom Menschen kennt, fehlt beim Hund. Selten ist rund um den Stich eine schwache Hautrötung zu sehen.

Bleibt die Infektion unbemerkt, kann sie chronisch werden. Dann sind laut ESCCAP mitunter mehrere Gelenke gleichzeitig entzündet (Polyarthritis).

Mögliche Anzeichen nach Körperbereich

Was dir auffallen kann Einordnung
Allgemeinbefinden Fieber, Mattigkeit, weniger Appetitmögliche Begleitzeichen
Gelenke Lahmheit, geschwollene Gelenke, wechselnde Beinelaut ESCCAP typisch
Nieren Erbrechen, Gewichtsverlust, WassereinlagerungenSpätfolge in manchen Fällen

Wann zeigen sich die ersten Anzeichen?

Nicht sofort. Laut ESCCAP können nach dem Zeckenstich einige Monate vergehen, bis Symptome auftreten. Allein bis sich eine Infektion im Körper ausgebreitet hat, kann es vier Wochen oder länger dauern.

Das erschwert die Zuordnung. Ein Hund, der im Sommer lahmt, wurde vielleicht schon im Frühjahr gestochen, und der Stich ist längst vergessen. Hilfreich ist ein kurzer Vermerk im Kalender, wenn du eine Zecke entfernt hast.

Kann Borreliose die Nieren betreffen?

In manchen Fällen ja. ESCCAP nennt eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis) als mögliche Spätfolge. Sie ist selten: ESCCAP beziffert sie auf etwa 2 Prozent der Hunde mit Borrelien-Antikörpern.

Nach CAPC geht der Schaden an den Nierenkörperchen mit Eiweißverlust über den Urin einher. In schweren Fällen ist ein rasch fortschreitendes Nierenversagen beschrieben. Deshalb empfiehlt der ACVIM-Konsens, bei jedem Hund mit positivem Test den Urin auf Eiweiß zu prüfen, CAPC rät zusätzlich zur Kontrolle des Blutbilds.

Mögliche Zeichen sind Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Wassereinlagerungen im Gewebe. Solche Anzeichen gehören sofort in die Tierarztpraxis, egal ob eine Zecke im Spiel war.

Wie wird Borreliose beim Hund festgestellt?

Hier gibt es keinen einzelnen Schnelltest, der alles klärt. Die Praxis berücksichtigt Symptome, Vorgeschichte und Laborwerte zusammen.

  • Antikörpertest: Antikörper treten laut ESCCAP üblicherweise drei bis fünf Wochen nach der Infektion auf. Ein positives Ergebnis zeigt nur Kontakt mit Borrelien, nicht, dass sie die Ursache der Beschwerden sind.
  • C6-Antikörper: Sie sind aussagekräftig für eine natürliche Ansteckung und lassen sich von Impfantikörpern unterscheiden.
  • PCR: Der direkte Erregernachweis gelingt laut ESCCAP am ehesten aus einer Hautprobe oder aus Gelenkflüssigkeit. Im Blut sind Borrelien selten zu finden, ein negatives Ergebnis schließt die Infektion deshalb nicht aus.

Der C6-Test gilt als Screening, weil C6-Antikörper schnell ansteigen. Nach CAPC erkranken die meisten C6-positiven Hunde aber nie chronisch. Bei Verdacht und positivem Routinetest empfiehlt ESCCAP einen Western-Blot zur Bestätigung. CAPC rät außerdem, positiv getestete Hunde auf Auffälligkeiten in Blutbild und Urin zu untersuchen, auch um die Nieren im Blick zu behalten.

Geimpft oder nicht?

Bei geimpften Hunden fallen manche Antikörpertests ohnehin positiv aus. Sag deiner Tierarztpraxis deshalb immer, ob dein Hund gegen Borreliose geimpft ist.

Wie verläuft Borreliose beim Hund?

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Viele Hunde kommen mit den Erregern in Kontakt und merken nichts davon. Bei anderen zeigt sich eine akute Gelenkentzündung, die tierärztlich versorgt wird.

Als Mittel der Wahl nennt ESCCAP das Antibiotikum Doxycyclin über mindestens einen Monat. Bei einer Gelenkentzündung sollte sich innerhalb von ein bis drei Tagen eine Besserung zeigen.

Ob ein Hund ohne Beschwerden, aber mit positivem Test behandelt wird, gilt laut CAPC als umstritten. Die meisten Fachleute im ACVIM-Konsens behandeln solche Hunde nicht, solange der Urin unauffällig bleibt. Das entscheidet die Praxis im Einzelfall. Nach einem Zeckenstich allein empfiehlt CAPC keine routinemäßige Antibiotikagabe.

ESCCAP weist darauf hin, dass Antibiotika die Infektion nicht in allen Fällen vollständig aus dem Körper bringen. Ein chronisches Trägertum ist möglich. Deshalb gehören Kontrolle und Verlaufsbeobachtung in tierärztliche Hände.

Wie Untersuchung und Versorgung im Einzelnen ablaufen, erklären wir in unserem Beitrag zur Behandlung der Borreliose beim Hund.

Ist Borreliose beim Hund ansteckend?

Nein, nicht direkt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC schreibt, dass Hunde zwar an Borreliose erkranken können, es aber keinen Beleg gibt, dass sie sie direkt auf Menschen übertragen.

Ein indirektes Risiko bleibt: Hunde können Zecken mit nach Hause bringen, die dann auch Menschen stechen. Der Zeckencheck nach dem Spaziergang schützt deshalb die ganze Familie.

Was tust du bei einem Verdacht auf Borreliose?

In vier Schritten

  1. Ruhe bewahren

    Ein Zeckenstich allein bedeutet keine Erkrankung. Die meisten Hunde bleiben gesund.

  2. Auffälligkeiten notieren

    Seit wann lahmt dein Hund? Wechselt das Bein? Frisst er normal? Wann hast du zuletzt eine Zecke entfernt?

  3. Tierarztpraxis anrufen

    Schildere Beobachtungen und Zeckenstiche der letzten Monate. Die Praxis entscheidet, ob und welche Untersuchung nötig ist.

  4. Nicht selbst herumprobieren

    Gib keine Medikamente aus dem Haushalt und keine Mittel aus der Humanmedizin. Verschreibungspflichtiges gehört in die Hände der Praxis.

Wie kannst du Borreliose vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme ist laut ESCCAP ein wirksamer Zeckenschutz, also ein für Hunde zugelassenes Zeckenschutzpräparat aus der Tierarztpraxis. Dazu gehört außerdem, den Hund nach jedem Spaziergang abzusuchen und Zecken sofort sachgerecht zu entfernen, ohne den Zeckenkörper zu quetschen.

Die Praxis berät dich außerdem zur Zeckenprophylaxe. Sie sollte so lange laufen, wie Zecken aktiv sein können, mitunter auch im Winter, wenn es mild ist (ab etwa 7 °C).

Borreliose-Impfstoffe sind in Deutschland verfügbar. ESCCAP nennt ihren Nutzen nicht zweifelsfrei geklärt. Ob eine Impfung für deinen Hund sinnvoll ist, besprichst du mit der Praxis. Ersetzen kann sie den Zeckenschutz laut CAPC nicht. Mehr dazu liest du unter Zecken Impfung beim Hund.

Zecken übertragen auch andere Erreger. Wie sich die Anaplasmose beim Hund von Borreliose unterscheidet, steht in einem eigenen Beitrag.

Auch der Garten spielt mit: CAPC empfiehlt, Gras und Sträucher kurz zu halten, um Zecken weniger Lebensraum zu bieten.

Für die Zeckenzeit setzen viele Halter:innen begleitend auf Attack Protect Öl, das Zeckex Spray (ein Biozid) und die Funktionskette. Das Set bündelt Öl und Kette.

Diese Produkte begleiten dich durch die Zeckenzeit. Sie schützen nicht vor Borreliose, Anaplasmose oder anderen Zeckenkrankheiten und ersetzen weder ein für Hunde zugelassenes Zeckenschutzpräparat aus der Tierarztpraxis noch das Absuchen. Das Zeckex Spray ist ein Biozid: Lies vor jeder Anwendung Etikett und Produktinformation.

Zeckenschutz für deinen Hund

Öl, Zeckex Spray (Biozid) und Funktionskette begleiten Absuchen und tierärztlichen Rat durch die Zeckenzeit.

Zum Zeckenschutz

Häufige Fragen zu Borreliose beim Hund

Wie schnell überträgt eine Zecke Borreliose?

Laut ESCCAP muss eine infizierte Zecke mindestens 16 bis 24 Stunden saugen, bevor sie Borrelien überträgt. Je früher du sie entfernst, desto geringer das Risiko.

Wann zeigen sich Symptome nach dem Zeckenstich?

Oft erst nach Wochen bis Monaten. ESCCAP spricht von einigen Monaten. Viele infizierte Hunde zeigen nie Symptome.

Woran erkenne ich Borreliose beim Hund?

Mögliche Anzeichen sind leichtes Fieber, Mattigkeit, geschwollene Lymphknoten sowie Lahmheit durch Gelenkentzündungen, die von Bein zu Bein wechseln kann. Eine Wanderröte gibt es beim Hund nicht.

Ist ein positiver Borreliose-Test gleich eine Erkrankung?

Nein. Ein positiver Antikörpertest zeigt laut ESCCAP nur Kontakt mit Borrelien. Ob sie die Ursache der Beschwerden sind, klärt die Tierarztpraxis anhand von Symptomen und weiteren Untersuchungen.

Kann ich mich bei meinem Hund mit Borreliose anstecken?

Nach Angaben der CDC gibt es keinen Beleg für eine direkte Übertragung vom Hund auf den Menschen. Hunde können aber Zecken ins Haus tragen, die dann Menschen stechen.

Wie wird Borreliose beim Hund festgestellt?

Die Praxis berücksichtigt Symptome, Vorgeschichte und Laborwerte zusammen. Üblich sind Antikörpertests, besonders der C6-Test. Ein direkter Erregernachweis per PCR gelingt am ehesten aus Haut oder Gelenkflüssigkeit, im Blut selten.

Conclusion

Borreliose beim Hund ist meist stumm, kann aber Gelenke und Nieren betreffen. Wirksamer Zeckenschutz und das Absuchen nach dem Spaziergang sind die wichtigste Vorsorge. Bei Lahmheit, Fieber oder auffälliger Müdigkeit gehört dein Hund in die Tierarztpraxis. Wie du den Alltag zeckenbewusst gestaltest, erfährst du in unserer Rubrik Zeckenschutz für Hunde.

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